Vom Gesetz zur Innovation: Warum die KI-Kompetenz Schulungen wichtig sind und wie sie den Raum für echte Kreativität öffnen
- Julia
- 17. März
- 4 Min. Lesezeit
EU AI Act: KI-Kompetenz ist kein Hindernis, sondern ein Designprinzip
Sprechen wir von Künstlicher Intelligenz, dann geht es immer auch um rasante Geschwindigkeit in der Entwicklung; alles geht rasend schnell und Regulierungen werden in dem Zusammenhang oft als Bremse für Innovation wahrgenommen und störend empfunden.
Bei Form21 haben wir hingegen ganz andere Erfahrungen gemacht: Für uns ist der EU AI Act kein notwendiges Übel, sondern ein kreativer Rahmen, der uns hilft, bessere Lösungen mit KI zu bauen, die unseren ethischen Grundwerten entsprechen.

Klare Grenzen definieren einen klaren Lösungsraum und damit die Grundlage für echte Kreativität. Und diese Grenzen sind absichtlich proportional. Das Gesetz unterscheidet vier Risikoklassen: von verbotenen Systemen mit inakzeptablem Risiko über Hochrisiko-Anwendungen bis hin zu Systemen mit begrenztem oder minimalem Risiko. Nicht jede KI-Anwendung fällt unter dieselben Pflichten. Wer ein Spam-Filter-Tool entwickelt, hat vergleichsweise geringe Anforderungen als wer ein KI-System für die Personalauswahl baut.
Die Risikoklassen und ihre Implikationen zu kennen, ist Grundvoraussetzung, um die Kreativität in die richtigen Bahnen zu lenken und gibt die entscheidende Orientierung.
Ethik ist die Infrastruktur der Zukunft
In unseren Trainings zu digitaler Ethik und der EU KI-Verordnung begegnet uns oft die Sorge: „Macht uns die Regulierung in Europa wettbewerbsunfähig?“ Unsere Antwort ist ein klares Nein. Denn wir sind der Meinung: Ethik ist die Infrastruktur der Zukunft.
Unternehmen haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Genau deshalb werden sie nicht nur nach ihrer Effizienz beurteilt, sondern eben auch nach ihrer moralischen Haltung.
Der EU AI Act gibt uns hier ein Werkzeug an die Hand, um KI-Systeme nach ethischen Grundsätzen zu gestalten.
In unseren Trainings mit Stiftungen und NGOs sehen wir immer wieder, dass vielen die aktuelle Gesetzeslage nicht weit genug reicht und sie daher aus eigenem Selbstverständnis heraus viel stärkere interne Richtlinien definieren.
Unsere eigenen Erfahrungen mit der Stark-App
Bei Form21 entwickeln wir mit der Web-App Stark eine KI-gestützte Anwendung für Berufsorientierung. Das Ziel: Lernende dabei zu unterstützen, ihre Stärken zu erkennen, Berufsfelder zu erkunden und eigene Wege zu reflektieren.

Von Anfang an haben wir den EU AI Act nicht als Checkliste behandelt, sondern als Designrahmen genutzt , der uns geholfen hat, wesentliche Designentscheidungen zu treffen:
Die Frage nach der Datenhoheit hat unser Produkt besser gemacht.
Konkret: Weil KI-Systeme im Bildungsbereich laut EU AI Act als potenziell hochriskant eingestuft werden, da sie Bildungszugänge und Lebenswege beeinflussen, haben wir uns früh gefragt: Wessen Daten sind das eigentlich? Und: wer sollte die Kontrolle über die Entscheidungen haben?
Unsere Antwort: Die Lernenden selbst. Wir haben die Anwendung so konzipiert, dass die Nutzerinnen und Nutzer die volle Datenhoheit behalten. Keine Weitergabe von Profildaten ohne explizite eigene Einwilligung. Die Ergebnisse gehören den Lernenden selbst und nur sie entscheiden, wem sie diese zeigen und was sie damit machen.
Das ist nicht nur rechtskonform; es stärkt zudem die Souveränität der Lernenden.
Was der EU AI Act wirklich verlangt
Damit das keine anekdotische Erzählung bleibt, ein kurzer Überblick über das, was laut EU KI-Verordnung tatsächlich gefordert wird – und was das praktisch bedeutet:
Art. 4: KI-Kompetenz für alle Beteiligten. Seit Februar 2025 sind Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln, verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Teams über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Das ist keine freiwillige Weiterbildungsmaßnahme – es ist Gesetz. Genau hier setzen unsere Trainings an.
Die Risiko-Ampel: Verbotene Systeme (Social Scoring, manipulative KI, biometrische Massenüberwachung) sind seit Februar 2025 EU-weit untersagt. Hochrisiko-Systeme – etwa in Bildung, Personalwesen oder Kreditvergabe – dürfen eingesetzt werden, brauchen aber robuste Dokumentation, menschliche Aufsicht und Risikomanagementsysteme. Systeme mit begrenztem oder minimalem Risiko unterliegen vor allem Transparenzpflichten.
Wichtig für NGOs, KMUs und Stiftungen: Der EU AI Act gilt im professionellen Kontext. Wer KI-Tools für die eigene Organisation einsetzt, ist Betreiberin und hat damit eigene Pflichten: die Einhaltung der Gebrauchsanweisung des Anbieters, Monitoring des Betriebs und je nach Risikoklasse die Information der betroffenen Personen.
Was das für eure Organisation bedeutet
Ob ihr KI-Systeme entwickelt oder einsetzt: KI-Kompetenz braucht jede, die KI-Systeme beruflich nutzt. Nicht weil Bußgelder drohen (auch wenn das ein Argument ist), sondern weil die Auseinandersetzung mit Regulierung euch hilft, präzise zu denken und gesellschaftlich ethisch vertretbar zu handeln: Was soll dieses Tool leisten? Welche Daten braucht es wirklich? Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefläuft?
Wir merken immer wieder, dass es vielen Organisationen schwer fällt, diese Fragen konkret zu beantworten. Und genau deshalb sind KI-Kompetenz-Schulungen extrem produktiv.
In unserem Kurs KI Kompetenz & EU AI Act bringen wir Regulierung und Praxis zusammen. Wir arbeiten hier gemeinsam mit einer Rechtskanzlei zusammen und arbeiten mit einer vereinfachten Form der Compliance-Journey. Wir ordnen eure konkreten Praxisszenarien in die Risiko-Ampel ein und entwickeln mit euch operative Checklisten, die in eurem Arbeitsalltag wirklich funktionieren.

Dabei stellen wir sicher, dass die Inhalte leicht verständlich sind: Kein Juristendeutsch, sondern das Handwerkszeug, das ihr braucht, um KI souverän, rechtssicher und werteorientiert einzusetzen.
Übrigens: Alle unsere Teilnehmenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss der Trainings ein digitales Zertifikat gemäß dem europäischen Standard ESCO ;-).

Ihr möchtet mehr über unsere Kurse erfahren oder habt Fragen zur KI-Entwicklung mit Stark? Schreibt uns direkt – wir freuen uns auf den Austausch. Weitere Infos zu unseren Trainings findet ihr auch in unserem Kurskatalog.

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